Blaualgen, auch Cyanobakterien genannt, können in Gewässern auftreten und Wolken von blau-grünen Pigmenten bilden. Für Hunde stellen Blaualgen eine echte Gefahr dar, da schon geringe Mengen toxischer Algen Schäden verursachen können. Verantwortungsvolle Halter sollten eine Blaualgen-Gefahr rechtzeitig erkennen und entsprechend handeln.
Sichtbare Algenschlieren oder –vorhänge in Blaugrün, oft in stehenden oder langsam fließenden Gewässern, sollte man nicht außer Acht lassen. Oft sieht das Wasser außerdem trüb aus mit grünlich-bläulichem Schimmer und weist einen starken, faulig-süßlichen Geruch oder schaumige Oberflächen auf. In schweren Fällen des Blaualgen-Befalls entstehen Ausblühungen an Uferbereichen.
Kommen Hunde in Kontakt mit Cyanobakterien, greifen die Giftstoffe Leber und Nervensystem an. Schon geringe Mengen können vergiftungstypische Symptome auslösen. Hunde baden, trinken oder spielen oft direkt im Wasser; dadurch steigt das Risiko einer Aufnahme erheblich.
Zu den typischen Symptomen einer Blaualgenvergiftung bei Hunden zählen Erbrechen und Durchfall, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Zittern, Lethargie, Schwäche und/oder eine Gelbverfärbung von Augen und Haut.
Wenn der Verdacht einer Blaualgen-Vergiftung besteht sollte man den Hund sofort aus dem Wasser holen (nicht erneut baden oder trinken lassen). Anschließend schnellstmöglich Kontakt mit dem Tierarzt aufnehmen, idealerweise mit Hinweis auf möglichen Blaualgenkontakt (Ort, Zeit, beobachtete Symptome) und sich umgehend auf den Weg in die tierärztliche Praxis begeben.
Bei der tierärztlichen Behandlung dienen Aktivkohle oder eine Magenspülung dazu, die Aufnahme weiterer Toxine zu mindern. Eine Flüssigkeitstherapie unterstützt die Leberfunktion, stabilisiert den Kreislauf und fördert die Nierenspülung. Darüber hinaus erfolgen leberfunktionsunterstützende Maßnahmen und die Behandlung neurologischer Symptome.
Die Prognose hängt stark von der aufgenommenen Dosis, dem Zeitpunkt der Behandlung und dem Allgemeinzustand des Hundes ab. Cyanobakterien können schwere, langanhaltende Beeinträchtigungen verursachen und auch akut lebensbedrohlich sein. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Aussichten deshalb deutlich. Einige Hunde erholen sich innerhalb von Tagen bis Wochen, andere benötigen längere Behandlung oder haben bleibende Schäden. Die Nachsorge umfasst regelmäßige Kontrollen der Leberwerte und Beobachtung auf verzögerte Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Gelbfärbung der Augenhaut.
Checkliste vor dem Besuch am See:
- Vermeidung von Gewässern mit sichtbaren Blaualgen oder einem auffälligen Geruch
- beim Besuch von Gewässern Hund zunächst grundsätzlich an die Leine nehmen
- Trinkwasser von zu Hause mitnehmen, statt das Wasser aus dem Gewässer zu nutzen
- auf Warnhinweise von örtlichen Behörden oder Badestellen achten
- regelmäßig Reinigung von Wassernäpfen und Spielsachen, besonders nach Aufenthalten am Wasser
