Ich bin Lou. Praxishund. Chef der guten Laune.
Die meisten Tage sind ruhig.
Ich liege auf meiner Couch, beobachte die Menschen, sortiere meine Gedanken (meistens über Bälle und Kuscheltiere).
Alles ganz normal.
Aber dann… Ganz selten… Passiert etwas Großes. Etwas, das meinen ganzen Hundetag auf den Kopf stellt.
Ich höre ein Pfotentippeln. Ein ganz bestimmtes. Ein tap-tap-tap, das ich unter tausend erkennen würde.
Ich hebe den Kopf. Ich schnuppere. Ich blinzle. Und dann weiß ich es:
Jouli.
Meine beste Freundin. Die Königin der guten Laune. Die Pfoten-Party auf vier Beinen.
Sie kommt nicht oft vorbei. Und genau deshalb schießt mein Glücksbarometer sofort auf „Unkontrollierbare Freude“.
Ich springe auf, renne zur Absperrung und strecke meine Nase so weit nach vorn wie ein Hund, der gerade die Lottozahlen gerochen hat. Mein Schwanz macht Achterbahnbewegungen. Meine Ohren stehen in alle Richtungen. Ich sehe wahrscheinlich aus wie ein leicht übermotivierter Vollgas-Vierbeiner.
Und da steht sie. Jouli. Sie wedelt, sie grinst, sie macht dieses kleine Kopfkippen, das sagt:
„Lou! Du bist’s wirklich!“
Ich würde SOFORT rüberflitzen. Aber das Wartezimmer ist voll. Und wenn das Wartezimmer voll ist, muss ich warten. Ich. Warten. Während Jouli da drüben steht und aussieht wie der beste Tag meines Lebens.
Also setze ich mich hin. Stehe wieder auf. Setze mich wieder hin. Wackle mit den Pfoten.
Quietsche ein bisschen. Nicht dramatisch — einfach… enthusiastisch.
Die Menschen im Wartezimmer schauen mich an. Ich schaue zurück. Mit meinem „Ich bin gleich dran, ich weiß es“-Blick.
Und dann kommt der Moment, auf den ich gewartet habe:
„Lou, jetzt darfst du.“
Ich starte durch wie ein kleiner, flauschiger Düsenjet. Ich rutsche ein bisschen, fange mich wieder, und dann bin ich bei ihr.
Jouli wedelt, ich wedle, wir drehen kleine Freudenkreise, als hätten wir uns seit drei Jahren nicht gesehen. Wir stupsen uns an, schnuppern, laufen nebeneinander her wie zwei alte Kumpels, die sich zufällig auf einem Festival treffen.
Und ich denke: Ja. Genau so muss das sein. Nicht jeden Tag. Nicht ständig.
Aber wenn es passiert — dann richtig.
